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Match of the week: Leeds United vs Southampton FC - The white wall of Wembley

Premier League Offside · 27. Mai 2024 · 4 Min. Lesezeit

Wembley
CG

Carsten Germann

Veröffentlicht am

Wembley is calling – und was für eine Kulisse! 36.000 Fans von Leeds United bildeten im englischen Fußballtempel unter den 85.962 Zuschauern – mehr ließ die FA für dieses Spiel nicht zu – eine weiße Wand. Es war angerichtet an diesem 26. Mai 2024 für das Playoff-Finale Leeds United gegen den FC Southampton, für das Spiel um die direkte Premier-League-Rückkehr. Die letzte Frage, die noch offen war: Wer buchte das letzte Ticket für die Premier-League-Saison 2024/2025?

Ein Wembley-Sonntag wie gemalt. Strahlender Sonnenschein, dazu das leichtende Weiß der Leeds-United-Anhänger. Ihre Hymne „Marchin‘ on together“ erklang. Und auf der Gegenseite hörte man immer wieder, mal leise, mal laut „Oh when the Saints go marchin‘ in“, den Song der „Saints“ vom FC Southampton.

Leeds United FC Southampton

Aus! Torhüter Alex McCarthy und der FC Southampton bejubeln das 1:0 im Playoff-Finale gegen Leeds United am 26. Mai 2024 in Wembley. Foto: Imago.

Erst als Fan, dann als Profi nach Wembley

„Meine Damen und Herren, dafür lebe ich!“, sagte DAZN-Kommentator Ulli Hebel. Und was soll man sagen? Er hat Recht! Wembley ist ein singuläres Fußballerlebnis. Ich habe es als Fußballjournalist selbst erfahren dürfen. Mit zwei der größten Teams des englischen Fußballs, mit dem FC Chelsea und Manchester United, mit Frank „Lamps“ Lampard, John Terry, Michael Ballack, Wayne Rooney („Over the Moon, we’ ve got the Roon“) und mit einem Witze erzählenden Siegertrainer Carlo Ancelotti. Das war 2009.

Wembley ist für Spieler, Fans und Journalisten etwas ganz Außergewöhnliches. Ein besonderer Tag war es vor allem wohl für ihn: Will Smallbone. Der Profi des FC Southampton war 2010, im Alter von 10 Jahren, als Fan auf der Tribüne von Wembley, als das Team von der Südküste die EFL Trophy gegen Carlisle United (4:1) gewann.

Leeds hatte mit 320 Kilometern die weitere Anreise nach London als die „Saints“, die rund 100 Kilometer bis zur britischen Hauptstadt zurücklegen müssen.

Die „Saints“-Kurve ging in der 24. Minute in die Höhe – 1:0 für Southampton durch das 24. Saisontor von Adam Armstrong. Der 15 Millionen Euro teure Stürmer von den Blackburn Rovers hatte zuvor auch das Halbfinale gegen West Bromwich Albion (3:1) zwei Mal getroffen.

„Klinisches Finish“

„Ein guter Abschluss von Armstrong“, sah es Ex-Leeds-Profi Jon Newsome bei BBC Radio Leeds, „und plötzlich ist das Spiel komplett verändert.“

Don Goodman, ehemaliger Spieler der Wolverhampton Wanderers, lobte den mit 37 Tor-Beteiligungen stärksten Spieler der Championship bei Sky Sports UK: „Ein klinisches Finish von einem Mann, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht.“

Leeds United hatte bereits drei Playoff-Spiele in Wembley – 1987, 2006 und 2008 – verloren.

Dan James (84.) traf für Leeds nur die Querlatte – und man musste in der Schlussphase nur in die Gesichter der Club-Verantwortlichen schauen, die auf der Ehrentribüne Platz genommen hatten. Die pure Anspannung.

In diesem Playoff-Finale geht es um mehr als 160 Millionen Euro, bei Nicht-Abstieg aus der Premier League sind fast 200 Mio. Euro Mehreinnahmen garantiert. Wer ist da nicht nervös?

Neun Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt, vier Minuten vor dem Ende stimmten die Southampton-Anhänger noch mal „Oh, when the Saints“ an… und dann war es vorbei!

,,So ist Fußball..."

1:0 (1:0) – Der FC Southampton kehrt nach einem Jahr Abstinenz in die Premier League zurück – und komplettiert das Feld der Aufsteiger mit Leicester City und Ipswich Town.

Die Mannschaft von Trainer Russell Martin gewann als einziges Championship-Team in der Mammut-Liga des englischen Fußballs (46 Spieltage) drei Mal gegen „The Whites“ aus Leeds und verdiente sich diesen Erfolg durch defensive Stabilität und Nervenstärke.

„Glückwunsch an Southampton“, sagte der deutsche Trainer von Leeds United, Daniel Farke, anschließend bei Sky Sports UK, „aber so ist Fußball. Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Expected Goals, aber Southampton war in der Verteidigung ein wenig effektiver als wir.“

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