Estadi Olímpic Lluís Companys
Barcelonas Olympiastadion auf dem Montjuïc
Das Estadi Olímpic Lluís Companys liegt auf dem Montjuïc über Barcelona, fasst rund 55.000 Zuschauer und war 1992 das Hauptstadion der Olympischen Spiele. Heute wird es für Konzerte und Fußballspiele genutzt.
Das Estadi Olímpic Lluís Companys liegt nicht in der Stadt, sondern über ihr. Der Montjuïc ist der Hügel im Südwesten Barcelonas, und wer aus dem Oberrang nach hinten schaut, sieht den Hafen, die Dächer der Altstadt und bei klarem Wetter das Meer. Es gibt in Europa nur eine Handvoll Stadien mit dieser Aussicht.
Ein Stadion mit zwei Baujahren
Die Geschichte des Hauses beginnt lange vor den Olympischen Spielen. Gebaut wurde es ab 1927 nach Plänen von Pere Domènech i Roura, eröffnet am 20. Mai 1929 zur Weltausstellung. Danach folgte ein langer Abstieg: Nach den Mittelmeerspielen 1955 verfiel die Anlage über Jahrzehnte.
Als Barcelona die Spiele 1992 zugesprochen bekam, wurde das Stadion zwischen 1985 und 1989 vollständig neu gebaut — erhalten blieb allein die historische Außenfassade, dahinter entstanden neue Tribünen. Wenn Sie heute davorstehen, sehen Sie also 1929; wenn Sie hineingehen, 1989. Diese Doppelnatur macht den Reiz des Ortes aus.
1992 fanden hier die Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie die Leichtathletik-Wettbewerbe statt. Damals passten mehr als 67.000 Menschen hinein, heute liegt die Kapazität bei rund 55.000 Plätzen. Seinen heutigen Namen trägt das Stadion seit 2001, nach Lluís Companys, dem Präsidenten der katalanischen Regierung, der 1940 auf der nahen Burg Montjuïc vom Franco-Regime hingerichtet wurde.
Wer hier gespielt hat — und wieder spielen wird
Von 1997 bis 2009 war das Olympiastadion die Heimat von RCD Espanyol. Danach wurde es vor allem für Konzerte und Großveranstaltungen genutzt, bis der FC Barcelona einzog: Während des Umbaus des Camp Nou trug der Verein hier von 2023 bis 2025 seine Heimspiele aus — Champions-League-Abende auf einem Hügel, für viele Fans eine der eigenartigsten und schönsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte.
Und es sieht nach einer Rückkehr aus. Berichten zufolge hat der Verein bei LaLiga beantragt, die gesamte erste Saisonhälfte 2027/28 außerhalb des Camp Nou zu spielen, damit die Dachmontage ohne Rücksicht auf den Spielplan durchgezogen werden kann. Bestätigt ist das nicht, aber der Montjuïc wäre der naheliegende Ort.
Konzerte im Olympiastadion
Für große Tourneen ist das Stadion die erste Adresse der Stadt. Die Akustik einer Schüssel mit offenem Dach ist naturgemäß kein Konzertsaal, dafür bekommt man etwas, das kein Konzertsaal bieten kann: Abendhimmel über Barcelona hinter der Bühne. Bei Sommerkonzerten lohnt es sich, früh da zu sein und den Sonnenuntergang von der Tribüne aus mitzunehmen.
Anfahrt und was Sie einplanen sollten
Der Montjuïc ist ein echter Hügel, kein Vorplatz. Rechnen Sie vom nächsten Metro-Halt am Fuß des Berges mit einem ordentlichen Anstieg über Treppen und Rolltreppen; alternativ fahren Standseilbahn und Buslinien hinauf. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte den Aufstieg nicht unterschätzen — und für den Rückweg gilt: Nach einem ausverkauften Abend wollen alle gleichzeitig bergab. Etwas Geduld oder ein Fußweg hinunter in Richtung Poble Sec ist meist schneller als die Warteschlange.
Ein Hotelzimmer in der Nähe des Stadions gibt es praktisch nicht, weil auf dem Berg ein Park liegt und keine Innenstadt. Sinnvoll sind Quartiere in Sants, Poble Sec oder rund um die Plaça d'Espanya — von dort sind Sie in wenigen Minuten am Fuß des Aufstiegs.
