Am Freitag, 5. Dezember 2025, blickte die gesamte Fußballwelt nach Washington D. C. In der US-amerikanischen Hauptstadt wurden die Gruppen für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgelost. Natürlich typische Amerikanisch und mit einer großen Show, bis zur Ziehung der Gruppenlose vergingen 76 Minute. Zu lang für die deutsche Kritiker-Front. Es hagelte Kritik, die vor allem eins ist: Typisch deutsch! Dabei gibt es so viele Gründe, sich auf diese WM zu freuen.
„Darf man das sagen? Das war ein Affentheater!“, sagte Pierre Littbarski, Weltmeister von 1990 und Suzuki-Markenbotschafter bei einem Termin in Köln, „es ist alles zu aufgebläht.“
Letzteres stimmt, lieber Litti – 48 statt bisher 32 Teams machen die WM zu einer Endlos-Veranstaltung. Aber ansonsten gilt: Wir sind in Amerika – und es ist Showtime! Mit Show-Acts wie Robbie Williams, Nicole Scherzinger, Lauryn Hill und Co. Living in America, Feelgood-Stimmung an einem tristen Dezember-Abend in Deutschland.
WM Offside: Argentiniens Weltmeister-Trainer Lionel Scaloni am 5. Dezember 2025 bei der WM-Gruppen-Auslosung in Washington D. C. Foto: Imago Images
WM-Auslosung: Die Stunde der Berufsnörgler
Am Sonntag schlug DFB-Präsident Bernd Neuendorf dann bei WELT TV in die gleiche Kerbe: „Wir hätten es sicher anders gemacht und haben es anders gemacht.“
Sicherlich. Deswegen freuen wir uns schon heute auf die politisch korrekte WM-Auslosung zur Frauen-WM 2029. Es wird sicher lustig. WM nach Vorschrift eben…
Im Chor der WM-Kritiker durfte auch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, der sich 2022 auch in Sachen Katar-Kritik hervorgetan hatte, nicht fehlen. Er arbeitete sich am neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis für US-Präsident Donald Trump ab. „Ich persönlich finde Fußball-Veranstaltungen generell nicht unbedingt dafür geeignet, solche Preise zu verleihen“, sagte Rettig dem Kicker.
Ob er das auch so formuliert hätte, wenn der Preis auf „die richtige Seite“ vergeben worden wäre, wissen wir nicht, ist auch gar nicht wichtig.
WM 2026 Umfrage: Deutsches Nachbarland als Gegenbeispiel
Was wir aber wissen ist, dass Deutschland in Gruppe E (wie einfach…) am 14. Juni 2026 zunächst auf WM-Neuling Curacao trifft. Dann folgt am 20. Juni 2026 in Toronto (Kanada) das Spiel gegen den vermeintlich schwersten Gegner, die Elfenbeinküste. Vorrundenfinale ist am 25. Juni in East Rutherford gegen Ecuador.
Tickets gibt es auf der Homepage der FIFA, die sich bei der WM-Auslosung in Washington gekonnt inszenierte, und zwar vom 11. Dezember 2025 bis 13. Januar 2026.
Ob es aus Deutschland einen Ansturm auf die WM-Tickets gibt? Die deutschen Medien sind, wie zuletzt auch 2022 in Katar oder 2018 in Russland, bemüht, vorab schlechte Stimmung zu verbreiten.
Einer Umfrage von RTL und n-tv zufolge, gaben 58 Prozent der 1.000 Teilnehmer an, „keine Vorfreude auf die WM“ zu empfinden. Hätte mich auch gewundert, ehrlich gesagt…
Typisch Deutsch – Im Land des viermaligen Weltmeisters muss die WM-Vorfreude wohl erst von BILD herbei geschrieben werden…
Ganz anders sieht es in Österreich aus! Nach 28 Jahren Abstinenz kehrt das ÖFB-Team auf die WM-Bühne zurück und fiebert vor allem dem Duell mit Weltmeister Argentinien am 22. Juni 2026 in Dallas entgegen.
„Es ist was ganz Spezielles, auf Messi bei seiner wohl letzten WM zu treffen“, sagte der RB-Leipzig-Profi und österreichische Nationalspieler Christoph Baumgartner der Wiener Kronen-Zeitung (Ausgabe vom 7. Dezember 2025), „wir freuen uns alle riesig.“
„Strahlende Gesichter, in jedem zweiten Satz das Wort Messi, Diskussionen, Gelächter und Prognosen, für hunderte von Fans gab es beim ÖFB-Weihnachtsbasar nur ein Thema: Die WM-Auslosung“, schilderte der geschätzte Kollege Peter Moizi das Kontrastprogramm aus Österreich.
Norwegens Torjäger Erling Braut Haaland hatte schon vor der Qualifikation prognostiziert, dass es „in Oslo die größte Party aller Zeiten“ geben werde. Zehntausende feierten nach dem 4:1 trotz bitterkalter Temperaturen im November. So geht WM-Vorfreude!
Die Jubelbilder vom 4:2 gegen Dänemark im direkten Quali-Duell in Glasgow gingen in Schottland ebenso viral wie die vom 3:2-Erfolg Irlands gegen Ungarn in Budapest. Selbst, wenn die Iren erst mal nur die Playoffs im März 2026 erreicht haben.
Greifbar ist die Euphorie auch bei Neuling Curacao. „Wir fahren zur WM und bekommen bald Fotos im Panini-Album“, freute sich Curacaos Livano Comencencia vom FC Zürich.
WM-Vorfreude? Yes, please!
WM-Vorfreude – Ich wüsste nicht, was dagegenspricht, warum man sich nicht auf diese Endrunde und auf eine Fußballreise WM 2026 freuen sollte?
Lionel Messi hat in den USA Fußballbegeisterung geweckt, Mexiko ist ein echtes Fußball-Land, das zum dritten Mal dieses Turnier ausrichten darf, Kanada stellt mit Toronto und Vancouver, der neuen Wahl-Heimat von Weltmeister Thomas Müller, zwei moderne Stadien und touristische Standorte.
Nicht zuletzt: Die deutsche Mannschaft tritt in den Vorrundenspielen um 19 Uhr und zwei Mal um 22 Uhr an – und damit nicht zur nachtschlafenden Zeit. Zudem hat man mit Curacao, den Ivorern und Ecuador die mutmaßlich leichteste Vorrundengruppe erwischt.
Und nochmal: Man mag zu Donald Trump stehen, wie man will, es gilt aber als gesichert, dass er nicht selbst mitspielt…