
Amateure und Exoten: Kennen Sie diese 5 DFB Pokal Teams?
Fussball News & Infos · 16. Juni 2025 · 4 Min. Lesezeit
Carsten Germann
Dortmund, Deutsches Fußballmuseum, 15. Juni 2025. Voller Spannung verfolgten die Zuschauer und die eingeladenen Vertreter der unterklassigen Vereine die DFB Pokal Auslosung zur ersten Hauptrunde. Wir stellen fünf dieser Amateurvereine vor, die rund um den 16. August 2025 die für Fußballreisen Bundesliga hoch im Kurs stehenden Clubs um Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den Hamburger SV herausfordern.
Die Auslosung zur ersten Runde im DFB Pokal hatte schon immer Kult-Charakter. Wenn DFB-Spielleiter Walter Baresel aus Hamburg („Herr Baresel, bitteschön!“) die Lose mit „Das wird spannend“ kommentierte, oder – der Running Gag – wenn überprüft wurde, ob auch wirklich die richtigen Vereinsnamen auf den Auslosungskugeln standen.
So war es auch dieses Mal. Erst, als die SV Elversberg als 64. und letzter Club aus der Lostrommel gezogen wurde, war die Ziehung rechtskräftig.
Wie in jedem Jahr gab es bei der Auslosung „Sieger“ aus dem Amateurbereich, aber auch Vereine, die ihre Enttäuschung über den gezogenen Gegner zu überspielen versuchten. „Wir nehmen es, wie es kommt und freuen uns einen Feiertag in Lohne“, sagte Ex-Profi Uwe Möhrle, Trainer von Nord-Regionalligist Blau-Weiß Lohne im ZDF, als die – bei allem Respekt – nicht als Publikumsmagnet geltende Spielvereinigung Greuther Fürth als Gegner feststand.
DFB Pokal Teilnehmer nach Liga: Viermal Oberliga vs Bundesliga in Runde 1
Die Liga-Höhe bei den teilnehmenden Amateurclubs reicht bis zur Oberliga (fünfte Liga).
Dort spielte bis Mai auch die SG Sonnenhof Großaspach. Der Regionalliga-Aufsteiger aus Württemberg, der 2014 bis 2020 in der 3. Liga spielte, trifft nun auf den deutschen Vizemeister Bayer 04 Leverkusen. Im Stadion mit dem originellen Sponsoren-Namen WirmachenDruck-Arena dürften sich dann die Kamera-Objektive vor allem auf die Tribüne richten. Dort zittert Großaspachs bekannteste Anhängerin, Schlagersängerin Andrea Berg, regelmäßig mit.
Der „Dorfclub“ aus Großaspach hat sich diesen Namen übrigens 2016 als damals kleinste Gemeinde im deutschen Profifußball patentamtlich beurkunden lassen.
Der Regionale Sportverein Eintracht von 1949 aus Stahnsdorf in Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark, fordert als Oberligist NOFV-Süd ebenfalls einen Deutschen Pokalsieger, den 1. FC Kaiserslautern.
Die Brandenburger werden bei ihrer Pokal-Premiere gegen die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht wahrscheinlich ins Karl-Liebknecht-Stadion nach Potsdam ausweichen. „Ich freue mich auf jeden Roten Teufel, der diese Weltreise antritt“, sagte Stahnsdorfs Stürmer Matthias Steinborn.
Warum auch nicht? Fußballreisen DFB Pokal leben von diesen verwegenen Zielen.
Zwei oder mehr Teilnehmer in Runde eins kommen aus Berlin, Bremen, Hamburg, Köln und Leipzig.
Der viertklassige Regionalligist 1. FC Lokomotive Leipzig, 1987 bis ins Pokalsieger-Finale (0:1 gegen Ajax Amsterdam in Athen) vorgedrungen, eigentlich der populärere Verein aus der Bachstadt, erwartet mit dem FC Schalke 04 einen der erfolgreichsten Clubs in der Geschichte des Wettbewerbs.
Eine Partie mit Überraschungspotenzial: Schalke kam seit 2021 nie weiter als Runde zwei.
DFB Pokal Teilnehmer niedrigste Liga: Als Engers das Heimrecht tauschte…
Die niedrigste Liga, die 2025/2026 im DFB Pokal präsent ist, ist die fünftklassige Oberliga.
Aus der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar kommen zwei Clubs, die im ewig jungen Duell „David gegen Goliath“ zwei Bundesligisten herausfordern. Das ist zum einen der FV Engers 07, der den fünfmaligen DFB Pokalsieger (zuletzt 2018) Eintracht Frankfurt empfängt.
Engers - Das ist ein liebenswerter Stadtteilverein aus Neuwied, der im Stadion am Wasserturm seit 2017 auf Kunstrasen spielt. Allerdings dürfte der FV Engers wie zuletzt 2022/2023 gegen Arminia Bielefeld (1:7) wieder im Stadion Oberwerth in Koblenz antreten, wo man gegen den Lokalmatador Rot-Weiß (2:0) am 24. Mai 2025 auch Rheinland-Pokalsieger wurde.
Kurios: Im Corona-Jahr 2020 tauschte Engers mit dem VfL Bochum das Heimrecht – und verlor im Vonovia Ruhrstadion mit 0:3.
Pirmasens, der Pokalschreck: Der pfälzische Traditionsclub, der 2025 auf den HSV trifft, eliminierte mit Werder Bremen 2006 zuletzt ein Team aus der Bundesliga. Foto: Imago Images / Martin Hoffmann
DFB Pokal klassentiefste Vereine: Nach 63 Jahren wieder gegen den HSV…
Zum 19. Mal im DFB Pokal vertreten ist der Pfälzer Traditionsverein FK 03 Pirmasens aus der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar.
„Die Klub“, wie der Verein im putzigen Pirmasenser Dialekt genannt wird, hat mit dem Bundesliga-Rückkehrer Hamburger SV eine interessante Pokal-Aufgabe.
Die Pirmasenser stehen für eine der größten Pokal-Sensationen per se. Am 9. September 2006 gewannen sie als Regionalliga-Aufsteiger im heimischen Framas Stadion (10.000 Plätze) im Elfmeterschießen (5:3 / 1:1 n. V.) gegen Vizemeister Werder Bremen. „Ich bin halt doch ein Trainerfuchs“, sagte der legendäre FKP-Coach Robert Jung anschließend. Der Fußball- und Mathematiklehrer gilt als Entdecker von Jürgen Klopp und Thomas „Tom“ Dooley. Letzterer stürmte von 1981 bis 1983 für den FKP und fand sogar Einzug in die Vereinshymne „Hey FKP“.
FK Pirmasens gegen den HSV, das gab es schon 1958 und 1962 in der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft (bis Bundesliga-Gründung 1963 ausgespielt). Beide Spiele gingen mit 2:1 und 6:3 an die Hamburger.
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